Jakobsweg

Angetrieben vom Rhythmus des Gehens, umhüllt von der Schönheit der Natur steigen Emotionen und Fragen auf ... Alles scheint so einfach und nichts ist Zufall.

Der Jakobsweg ist ein „Wegenetzwerk“ in ganz Europa mit dem Ziel Santiago de Compostella im spanischen Galizien. Im Hochmittelalter zog es jährlich bis zu 500.000 Pilger an das Grab Jakob des Älteren. Die Wiederentdeckung des Pilgerns in Europa begann wohl Ende der 1980er Jahre auf dem spanischen Camino Français und hat sich mittlerweile auf ganz Europa ausgedehnt. Die gelebte Toleranz und Solidarität, die Spiritualität und Selbsterfahrungen sind Gründe, die diesen Camino so einzigartig machen. Wir nennen es den Geist des Caminos.

Le Grangè empfängt seit über 25 Jahren Pilger aus aller Welt und ist damit die älteste Pilgerherberge auf der Via Tolosana. Die Unterstützung der Pilger und der Pilgerreise im Sinn des "Geistes des Caminos" ist erklärtes Ziel von Le Grangè.

Eine ähnlich Zielsetzung verfolgen auch die Vereine „Les Haltes vers Compostelle“ in dem sich Herbergen auf den französischen Jakobswegen zusammengeschlossen haben, sowie der Verein „Les Haltes Pelerins" ein Zusammenschluss von Pilgerherbergen auf der Via Tolosana. Die Mitglieder dieser Vereine sind bemüht, den "Camino" zu Leben und zu erhalten sowie pilgergerechte Unterkünfte anzubieten. Le Grangè ist MItglied beider Vereine.

Als Via Tolosana, Camino oder Chemin d'Arles bzw. GR 653 wird das Teilstück des Jakobsweges zwischen Arles in Südfrankreich und dem Somport-Pass an der Grenze zu Spanien bezeichnet. Sie ist damit ein wesentliches Element der alten Verbindung zwischen Rom und Santiago de Compostella. Ab dem Somport-Pass wird die anschließende Wegstrecke als Aragonischer Weg bezeichnet, der kurz vor Puente la Reina auf den Camino Francés stößt. Von Arles Richtung Rom gibt es zwei Möglichkeiten: die Via Aurelia bzw. Via Domitia.

Die Via Tolosana durchquert auf dem Weg nach Westen anfänglich das Rhône-Schwemmland der Camargue und steigt hinter Montpellier in die südlichsten Ausläufer des Zentralmassives an, wo zwei Pässe von über 800 m ü. NN überwunden werden müssen. Nach Castres hin fällt die Landschaft wieder deutlich ab und ab Revel folgt der Camino der Rigole (Kanal zur Bewässerung des Canal du Midi) bis dieser in den Canal du Midi mündet. Weiter geht es entlang des Kanals bis Toulouse. Hinter Toulouse eröffnet sich anschließend die fruchtbare Hügellandschaft der Gascogne, bis schließlich der Camino hinter Oloron-Sainte-Marie in die Pyrenäen zum Somport-Pass (1.632 m ü. NN) aufsteigt.

 

 

 

Du willst auf den Jakobsweg und es stellen sich dir viele Fragen? Wie bekommst du DEINE Fragen beantwortet?

  • Du hast von jemandem gehört, der schon mal auf „dem Weg“ war. Lad Ihn ein, auf einen Kaffee, ein Bier, ein Glas Wein.
  • In vielen Orten haben sich in den letzten Jahren Jakobsvereine oder Stammtische gegründet. Schau doch mal nach, es gibt bestimmt auch einen in deiner Nähe. Als Hamburger möchte ich noch auf die dortigen Aktivitäten, besonders auf den HH Pilgerstammtisch aufmerksam machen.
  • Außerdem gibt es mittlerweile unendlich viele Seiten über den Jakobsweg im Internet. Ich möchte hier lediglich auf das sehr aktive Forum von Thekla & Aloys hinweisen sowie auf das Forum bei Fernwege.
  • Wenn es um allgemeine Fragen oder um die Via Tolosana (Camino Arles, GR 653) geht, so könnt Ihr natürlich auch uns kontaktieren. Wir tun unser Bestes, um Euch zu helfen.

Wir versuchen hier, häufig gestellte Fragen für die VIA TOLOSANA zu beantworten. Auf anderen Strecken kann dieses ganz anders aussehen.

  • Reisezeit: Pilgern ist das ganze Jahr über möglich. Zwischen November und März sind jedoch viele GîtesEinfache Herberge geschlossen. In den Bergen (zwischen Lodève und Castres) kann in dieser Zeit Schnee liegen. Der Somport-Pass kann noch bis in den Mai hinein gesperrt sein. Im Sommer dagegen kann es sehr heiß werden. Daher sind die meisten Pilger ab Anfang/Mitte April bis Mitte Juni und dann wieder ab Mitte August bis Anfang Oktober unterwegs.
  • Französische Sprachkenntnisse sind natürlich sehr hilfreich aber nicht zwingend erforderlich. Die Hospitaleros sind den Umgang mit Nicht-Muttersprachlern gewohnt und sprechen häufig auch Englisch oder sogar Deutsch. Ansonsten sind die Franzosen in dieser Ecke Frankreichs sehr hilfsbereit und erklären einem alles mit Händen und Füßen. Zu guter Letzt sind da ja auch noch die Mitpilger, die einem gerne weiterhelfen ...
  • Ja, andere Pilger, außer Dir gibt es hier auch. Die Via Tolosana ist zwar der in Frankreich der am zweitstärksten begangene Camino. Jedoch ist es immer noch ein sehr ursprünglicher ruhiger Camino. Hier laufen zur Zeit etwa 1.300 Pilger / pro Jahr entlang. Im Vergleich Le Puy ca. 30.000. Du kannst daher tagsüber noch alleine die Landschaft genießen und abends in den Herbergen je nach Saison vielleicht 4 bis 8 Mitpilger treffen oder auch mal allein übernachten.
  • Muss ich da reservieren? Die Bettenkapazität in den Gîtes liegt hier zwischen 4 und 15 Betten. Insbesondere im Mai und September kann es da in den kleineren Gîtes eng werden. Wir empfehlen generell, 1-2 Tage im Voraus zu reservieren. Dadurch kannst du deine Tagesetappen auf deine körperliche Verfassung, Wetter und Schwierigkeitsgrad abstimmen.
    Wir erleben es immer wieder, dass Pilger für den gesamten französischen Wegabschnitt die Unterkünfte weit im Voraus buchen und sich dann bei der Pilgerreise selber unter Druck setzen die Etappenziele zu erreichen. Schnell geht dann die Leichtigkeit des Caminos verloren....Wie schade. Mal loslassen, sich seinen Bedürfnissen anpassen, sich auf den Camino, den Zufällen und Begegnungen einlassen. Bei den kurzfristigen Reservierungen helfen dann gern die Hospitaleros und Mitpilger.
  • Auf der Via Tolosana gibt es natürlich weniger Gîtes als auf den stärker begangenen Strecken. Dieses kann dazu führen, dass du dich auch mal zwischen einer großen Etappe von etwa 30 km oder einer unter 20 km entscheiden musst.
  • Bettwanzen, ein leidiges Thema. 2012 sind zum ersten mal Bettwanzen in Teilabschnitten der Via Tolosana aufgetaucht. Sofort haben sich viele Herbergsbetreiber getroffen um gemeinsamm gegen diese Plagegeister vorzugehen. Wir unternehmen unser Maximum um den Camino Wanzenfrei zu halten. Dieses kann jedoch nur gelingen wenn alle Herbergsbetreiber dafür sensibelisiert sind und auch du Pilger deinen Beitrag dazu leistest.
    • Informiert euch über Bettwanzen und deren Verbreitungswege (Youtube, Haltes Pelegins, etc.).
    • Weiterhin empfehlen wir dringend die Anwendung eines Bettwanzen abstoßenden Insektizid um nicht selber unbemerkt zur Verbreitung beizutragen.
    • Idealerweise nehmt NICHTS mit in die Schlafräume. Wenn doch, bitte legt nicht euren Rucksäcke aufs Bett etc.. Verpackt eure Sachen getrennt in Zipp-Plastiktüten im Rucksack.
    • Wenn Ihr doch gebissen werdet, sagt es dem Hospitalero, damit gleich was dagegen unternommen werden kann.
    • Nach all den Infos, jetzt aber keine Panik!!! Nur sehr selten Treffen hier Pilger auf Bettwanzen, aber es ist besser alles dafür zu tun das es auch so bleibt.

  • Als deutschsprachigen Reiseführer gibt es für die Via Tolosana nur den 2011 erschienen Outdoor-Reiseführer vom Conrad Stein Verlag. Auf deren Homepage sind auch Updates/Anmerkungen von Pilgern eingestellt. Alternativ empfehlen wir für die NICHT des Französischen Mächtigen den Miam Miam Dodo. Dieser besteht im Wesentlichen aus Kartenskizzen und einem sehr guten Unterkunfts- und Gastronomieverzeichnis und wird alle 2 Jahre aktualisiert.
  • Frauen allein auf dem Camino? Natürlich! Etwa 50% der Pilger hier sind Frauen und es herrscht eine große Solidarität unter den Pilgern. Jeder achtet auf den Anderen. Auch die Hospitaleros wissen ungefähr wann du ankommen müsstest und werden nach dir Ausschau halten. Wenn du, besonders in den ersten Tagen, nicht allein pilgern willst, schließe dich Anderen an und unternehme deine Pilgerreise in den stärker frequentierten Monaten.

Jeder geht seinen Camino, daher ist es wichtig, sich nicht an die vorgegebenen Etappen von Reiseführern etc. zu binden. Auch ist es auf Grund von Witterung, Gelände und persönlichem Befinden nicht immer möglich, zu Hause geplante Etappen einzuhalten. Auf Grund der Herbergsdichte auf der Via Tolosana muss man sich auch mal entscheiden, ob man eine große Etappe von vielleicht 30 km gehen will oder nur eine kleine < 20 km.

Zwischen Toulouse und Auch bestehen folgende Möglichkeiten:

  • Kleine Etappen von 18/20 km
  • oder sehr große Etappen von 33/36 km

Es liegt also bei dir, wie du dich körperlich fühlst, wie die äußeren Umstände sind und in welcher Art von Unterkunft du übernachten willst.

Nachfolgend die Etappenlängen zwischen den Pilgerherbergen:

  • Toulouse/Léguevin: 22,5 km (verläuft fast ausschließlich durch Vorstadtgebiete, Alternativ Bahnanschluß von Toulouse nach Brax oder bis Isle-Jourdain)
  • Léguevin/Isle-Jourdain: 15 km
  • Isle-Jourdain/Le Grangé: 17 km
  • Le Grangé/Isle-Arné: 19 km
  • Isle-Arné/Saint-Cricq: 18 km
  • Isle-Arné/Auch: 23,5 km
  • Saint-Cricq/Isle-de-Noé: 29 km